Die Heilkraft des Löwenzahns: Was die Pusteblume wirklich kann.
Letzte Woche war ich ja mal wieder draußen unterwegs, und da traf ich in der Nähe von Oberkirch einen alten Förster. Wir kamen ins Gespräch, und er belehrte mich eines Besseren, was den Löwenzahn angeht. Ehrlich gesagt dachte ich immer, er sei nur im Frühling interessant. Aber der Förster erklärte mir, dass die Pflanze gerade jetzt, im tiefsten Winter, ihre ganze Kraft in die Wurzeln zurückzieht. Das ist doch schon faszinierend, wie die Pusteblume für die kalte Zeit vorsorgt. Er erzählte mir, dass diese Wurzeln jetzt wohl die höchste Konzentration an Bitterstoffen und Inulinen enthalten. Man weiß ja, dass diese Stoffe traditionell zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion eingesetzt wurden. Wenn der Boden bei euch nicht gefroren ist, kann man die Wurzeln mal ruhig ausgraben – gründlich reinigen, trocknen und leicht rösten. Das ergibt einen prima verdauungsfördernden Tee oder einen Kaffee-Ersatz. Wichtig ist aber, dass wir nur abseits von Straßen oder behandelten Flächen sammeln. Und ich habe neulich in einem Gartenvortrag in Bühl gelernt: Lassen Sie die Pflanze am besten drei Jahre an Ort und Stelle stehen, bevor Sie die Wurzel ernten, um die maximale Wirkung zu gewährleisten. Was wir hingegen jetzt lassen sollten: die Blätter als Salat sammeln. Sie sind jetzt viel zu bitter und die Pflanze braucht die Kraft gerade für den Austrieb im Frühjahr. Es ist doch schön zu sehen, dass auch die unscheinbarsten Gartenbewohner gerade in dieser Phase noch so viel für uns bereithalten. Ich bin gespannt, welche traditionellen Löwenzahn-Rezepte oder -Hausmittel haben Sie noch von Großeltern oder Nachbarn gelernt, die den Löwenzahn auch in den kalten Monaten nutzen? 🌿